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Die Bäckerzunft

Zunftzeichen der BäckerZunftzeichen der Bäcker
Das wichtigste Nahrungsmittel, das Brot, wird schon seit mehreren tausend Jahren hergestellt. Daher gilt auch die Bäckerzunft als eine der ältesten und blickt auf eine lange Tradition zurück.

Das Backen von Brot ist in Nord- und Mitteleuropa bereits seit der Zeit Karl des Großen überliefert. Zu dieser Zeit war dies noch Arbeit von Leibeigenen und Klosterknechten. Tatsächlich wurden wohl schon noch früher Mehl, Wasser, Salz und Hefe zu Teig verarbeitet und gebacken, da sich diese Technik durch die Römer auch Richtung Norden immer weiter verbreitete.

Der Beruf des Bäckers entsteht

Durch das Wachstum der Städte im 10. Jahrhundert stieg der Bedarf an Brot ständig. Aufgrund dessen bildete sich in dieser Zeit der Bäckerberuf als “freier” Berufsstand heraus. Gebacken wurde Brot in stadteigenen Öfen, da Bäcker nicht über die Mittel für eigene Ofen verfügten. Bäcker wurden damals “Beck” (kurz für “becker”) oder “Pfister” (lateinisch “pistor”) genannt. 

Da backen teuer war, spielte Brot als Grundnahrungsmittel für die breite Bevölkerung erst im späten Mittelalter eine Rolle. Vorher wurde hauptsächlich Getreidebrei gegessen.

Helle Brotsorten waren lange Zeit nur reichen Bevölkerungsschichten vorbehalten. Die Unterschicht musst sich mit grobem, dunklem Brot begnügen. Weißbrot galt bis ins 17. Jahrhundert als Luxus. Aufgrund der unterschiedlichen Brotsorten entwickelten sich auch neue Bäckerzünfte. So unterschied man zwischen dem Schwarzbäcker, der Roggen- und halbweiße Brote herstellte, und dem Weißbäcker der verschiedenste Sorten von Hefe- und Milchbrotware sowie Kuchen erzeugte. Aber auch auch andere Gruppierungen, wie die Zunft der Lebzelter entwickelten sich im Laufe der Zeit. 

Die Bäckerzunft und ihre Regeln

Die Bäckerzunft hatte sich selbst strenge Regeln auferlegt. Diese umfassten zum Beispiel Ausbildungsnormen, Löhne und Arbeitszeiten für Bäcker, Alters- und Krankenversicherungen, Qualitätsmerkmale für Waren und Preise. Wurden diese Regeln nicht eingehalten, gab es empfindliche Strafen die bis hin zum Berufsverbot reichten. Eine weitere bekannte Bestrafung war das sogenannte Bäckerschupfen

Diese Tradition ließ man übrigens auch im Jahr 2009 im Haubiversum aufleben - wenn auch nicht unter dem ursprünglichen Anlass. 

Das Wappen der Bäckerzunft

Das seit dem 14. Jahrhundert und bis heute traditionelle Wappen für die Bäckerzunft ist die Brezel. Sie zählt zu den sogenannten Gebildbroten und symbolisiert betende Arme.

Teilweise werden auch zwei aufrecht stehende Löwen abgebildet, die gemeinsam eine Brezel und jeweils ein Schwert halten, welches durch die Brezel hindurch gekreuzt sind. Über der Brezel ist eine Krone. 

Der Bäckerberuf heute

Anfang des 19. Jahrhunderts löste die Freiheit der Berufswahl die Zünfte ab. Die Arbeit der Bäcker war lange durch schwere körperliche Arbeit geprägt. Die industrielle Revolution brachte durch die Erfindung von Teigknetmaschinen und Öfen erste Erleichterung für die Arbeiter. 

Heute verbindet der Beruf des Bäckers traditionelles Handwerk mit modernen Produktionsprozessen. Handwerkliches Können ist noch immer Grundlage für eine erfolgreiche Bäckerei, jedoch wird der Bäcker heute durch moderne computergestützte Anlagen bei seiner Arbeit unterstützt. 

Der frühe Start in den Tag als Bäcker mag für viele vielleicht abschreckend wirken. Aber es kann auch ganz schön sein, wenn man mit der Arbeit schon fast fertig ist, wenn die anderen erst anfangen ;-)

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