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Die fünfte Jahreszeit

Die Zeit zwischen dem Dreikönigstag und dem Aschermittwoch ist die wie jedes Jahr die Zeit der Narren. Das Wort Fasching taucht im Hochdeutschen bereits ab dem 13. Jahrhundert auf. Es leitet sich von „Vaschang“, das bedeutet „Fastenschank“ her, also der letzten Ausschank alkoholischer Getränke vor der damals noch strengen Fastenzeit.

In Europa nimmt man an, dass der Ursprung des Faschings in heidnischen Bräuchen, wie Fruchtbarkeits- und Dämonenkult zu finden ist. Hier wollte der Mensch in verschiedenen Zeremonien den Göttern ähnlich sein. Das wurde durch Maskierungen, Tänzen und Umzügen symbolisiert. Bei den Römern begann das neue Jahr mit der März. Die Zeit davor galt symbolisch der Reinigung von allem Alten, was man sehr ausführlich mit einem Fest beging. 

Im 13. Jahrhundert nahm das Narrentreiben mit seinen immer derber werdenden Späßen derartige Formen an, dass die Obrigkeit schließlich mit Verboten einschritt. Die Kirche jedoch akzeptierte diese Aktivitäten, da sie auch als Ventil der Unterdrückung gesehen wurden. Ab dem 7. Jahrhundert wurde dieser Tag auf den Tag vor Aschermittwoch beschränkt.

Kulinarisches Brauchtum

Verbunden mit Fasching ist auch das Brauchtum rund um bestimmte Gerichte, die bevorzugt oder ausschließlich in dieser Zeit genossen werden. Kurz vor der Fastenzeit enthalten diese besonders jene Zutaten, welche während der Fastenzeit verboten sind wie zum Beispiel Fett und Zucker. Im Mittelalter war es so, dass besonders fettreiche krapfenähnliche Teigkugeln zur Vorbereitung auf die anstehende Fastenzeit verspeist wurden. Aufgrund des hohen Fettgehaltes waren die Krapfen deutlich nahrhafter als einfaches Brot, sodass man vor der anstehenden Fastenzeit noch etwas Fett speichern konnte.

Aus historischen Küchen

Nachweislich bereiteten schon die alten Ägypter in Fett schwimmende Gebäcke zu, deren Formen auf Fruchtbarkeitssymbole verwiesen. Vermutlich sind es jedoch die Römer, auf die der heutige Krapfen zurückgeht. Denn sie kannten bereits ein mit Honig und Mohn verfeinertes Fettgebäck, dessen Herstellung ähnlich jener der Krapfen ist.

Der mit Marmelade gefüllte Krapfen wie wir ihn heute kennen dürfte ein Erzeugnis bürgerlicher Kochkunst sein und geht wahrscheinlich auf die Barockzeit zurück. Zu dieser Zeit galten Krapfen als Luxusspeise. Der Teig enthielt Honig und das Zuckerhäubchen bestand aus dem früher sehr teuren Rohrzucker. Den namentlich traditionellen Faschingskrapfen erfand angeblich eine Wienerin, Cäcilie Krapf, im 18. Jahrhundert.

Heute genießen wir Krapfen in vielen Variationen: mit Marillenmarmelade, Vanille- oder Nougatfüllung, Eierlikörfüllung und vieles mehr. Aber egal für welche Variante man sich entscheidet - Hauptsache sie sind frisch und erinnern an das, was einst einmal ihr Sinn war: nämlich zu bestimmten Anlässen ausgiebig zu feiern.

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