Backe, backe, Kuchen... Safran macht den Kuchen gehl!

Backe, backe Kuchen, der Bäcker hat gerufen. Wer will guten Kuchen backen, der muss haben sieben Sachen. Eier und Schmalz, Zucker und Salz, Milch und Mehl, Safran macht den Kuchen gehl! Dieses Kinderlied hat wohl fast jeder schon einmal gesungen oder kennt es von früher. Aber es wirft doch immer wieder eine Frage auf. Was macht der Safran da eigentlich mit dem Kuchen?

Safran macht den Kuchen gehl

Ursprünglich kommt dieses im gesamten deutschsprachigen Raum verbreitete Kinderlied angeblich aus dem Raum Sachsen und Thüringen und wurde vermutlich vor dem Jahre 1840 geschrieben. Der Text variiert von Region zu Region teilweise ein bisschen, und wird zu einer einfachen pentatonischen Melodie gesungen.

Eine bestimmte Zeile, beziehungsweise ein besonderes Wort, führen jedoch immer wieder zu regen Diskussionen.

 

Was bedeutet eigentlich "gehl"?

Vermutungen gibt es ja einige zum Wort “gehl”. Grundsätzlich gibt es in Diskussionen immer wieder zwei Fronten. Die einen meinen, dass “gehl” soviel wie mürbe oder weich bedeutet. Die anderen wiederum sehen hier eine Abwandlung des Wortes “gelb”.

Wenn wir uns nun beide Möglichkeiten ansehen, so sind wir, mit umfassender Backerfahrung, absolut davon überzeugt, dass die zweite Annahme die richtige ist.

Dass Safran Kuchen weich, geschmeidig oder mürbe macht ist schon Aufgrund der Menge, die dem Teig hinzugefügt werden könnte, völlig unwahrscheinlich. Es gibt auch keine wissenschaftlichen Erkenntnisse die bestätigen, dass Safran Inhaltsstoffe enthält, die sich positiv auf die Konsistenz des Teiges auswirken würden.

GUTER KUCHEN IST GELB

Viel glaubhafter ist hingegen die Theorie der Färbung. Safran wirkt schon in kleinsten Mengen extrem färbend und kann dadurch natürlich auch Kuchen stark färben, um ihn noch “attraktiver” zu machen.

Außerdem bedeutet das Wort “gehl”, “geel” oder “gel” in verschiedenen Sprachen und Dialekten auch gelb. Beispiele dafür sind Mittelhochdeutsch, Niederländisch und auch viele regionale deutsche Dialekte. Vielleicht handelt es sich ja aber auch nur um dichterische Freiheit, damit sich die Zeile reimt! Wir werden’s wohl nie erfahren!